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:: Sylvie ::

Sylvie weiss von was sie schreibt!
Als Webmasterin gehörte sie mehrere Jahre lang den First Class-Indizes an bis sie diese auf Grund der negativen Entwicklungen verließ.
Ihre Webpräsenzen - wie z.B. "hachsag". dürfte vielen Webbesuchern noch in guter Erinnerung sein. Diese Webpräsenz, von den sogenannten First Class-Awardmastern aus dem In- und Ausland hoch dekoriert, hat sie konsequenter Weise bei Ihrer Verabschiedung aus den Indizes ebenfalls geschlossen.
Ihr Beitrag zeigt in geradezu "erschreckender" Weise die tatsächlichen Gegebenheiten rund um das Thema Awardverleihung auf!

Autor: Sylvie
Datum: 02.08.2003

Hinweis:
Die heutige Webpräsenz "hachsag" hat nichts mehr mit der Webmasterin Sylivie zu tun!
Die frei gewordene URL wurde offensichtlich von anderen Interessenten neu bei der DENIC registriert!

 


:::: Gedanken und mehr... ::::

18.17 Gast-Kommentar:
        Datum: 02.08.2003

Was mir vor allem aufgefallen war, ist das immer wiederkehrende Wort „(In)Kompetenz“, mit dem die Diskussionsteilnehmer immer wieder „um sich warfen“…..
Jetzt frage ich einfach mal ganz dumm: Was darf ich denn unter Kompetenz oder auch Inkompetenz beim Bewerten anderer Webseiten verstehen? Oder anders herum: Was versteht eigentlich der Awardverleiher/Bewerber darunter????

Dann erscheinen immer wieder Aussagen wie: „subjektive Meinung/Geschmack des einzelnen Verleihers“…
Und da stelle ich mir doch ernsthaft die Frage:

„Wo bitte schön herrscht innerhalb der Awardszene noch die subjektive Meinung/der Geschmack eines einzelnen Awardmasters vor?
Ist es nicht vielmehr so, dass sich im Laufe der Zeit eine Art „Gruppengeschmack“ entwickelt hat – der bestenfalls von „persönlichen Nuancen“ gefärbt ist - und der sich sowohl in der Gestaltung der eigenen Seite widerspiegelt, als auch bei den ausgezeichneten Seiten?

Dann ist da immer wieder das Wort „Weiterentwicklung“. Hm, Weiterentwicklung wohin eigentlich? Zu dem Awardszenen-Webseiten-Einheitsbrei?

Wenn ich mir so die diversen Seiten von Awardmastern oder auch Gewinnern anschaue, dann ist trotz unterschiedlicher Grundstile, Seitenaufbau-Arten oder Farbwahl doch bei fast allen eine gewisse „Einheitlichkeit“ in ihrer Art feststellbar.
Es sind überwiegend aufwendig erstellte, sehr grafiklastige Seiten…. Und ständig dem gerade aktuellen „Szene-Geschmack“ unterworfen. Wenn schwarz-gold „in“ ist, dann sind eben fast alle Seiten schwarz-gold, sind Grautöne aktuell, wechselt plötzlich alles auf „grau“, hat einer eine veränderte Cursorform, haben es kurze Zeit später die meisten anderen auch. Einer beginnt mit farbigen Scrollbalken, alle anderen ziehen nach……

Wo bitte schön kann dabei noch von Individualität oder vom „persönlichen Geschmack des einzelnen Award/Webmasters“ gesprochen werden?
Als ich vor 4 Jahren auf die Awardszene stiess, hatte ich eine „typische blutige Anfängerseite“, mit grosser, zentrierter Schrift, blinkenden gifs, wechselnden Hintergründen, geklauten Grafiken (oh oh!) – kurz gesagt, mit so ziemlich allem, was man in den Augen der Awardies falsch machen kann.
Aber diese „anderen“ Seiten fand ich soo toll, soo professionell….. und die kleinen bunten Auszeichnungen, die wollte ich doch gerne auch haben für meine Seite. Und so begann ich damals, mich „weiterzuentwickeln“ – bis meine Seite hochdekoriert war, sowohl mit allen möglichen dieser kleinen Trophäen, als auch mit den verschiedensten, heissbegehrten Siegeln.

Aber hatte ich mich wirklich „weiterentwickelt“? War meine Seite jetzt tatsächlich „gut“? Nun, bei soo vielen Auszeichnungen so vieler unterschiedlicher Webmaster musste sie es ja wohl sein - dachte ich. Wollte ich auch so sehen, denn immerhin steckten da viele Stunden Arbeit drin.
Als mir einmal eine ehemalige Gold Sieglerin sagte:
Wenn du in Richtung Webdesign irgendetwas machen willst, dann löse dich als erstes von der Awardszene – denn dort lernst du nix – aber auch gar nix! (so sinngemäss), habe ich das zunächst einmal ignoriert - es passte mir nicht ins Konzept und hätte meine „Weiterentwicklung“ in Frage gestellt, an die ich doch zu gerne glauben wollte.

Mit der Zeit jedoch kamen mir immer mehr Zweifel, ob ich wohl wirklich auf dem richtigen Weg war.
Ich selber, wie auch viele andere Awardies stampften plötzlich „Webdesign-Angebote“ aus dem Boden. Offensichtlich meinte plötzlich jeder, mit dem Talent zum Webdesigner ausgestattet zu sein – hatte er doch massig Auszeichnungen vorzuweisen.
Und trotzdem hatte mich ein „ungutes Gefühl“ dabei beschlichen – irgendwie waren mir all diese Seiten einfach zu ähnlich. Das wollte ich genauer wissen: Ich nahm allen Mut zusammen und stellte meinen Seite „Kritikern“ ausserhalb der Awardszene vor.

Und die Urteile waren vernichtend! Ausdrücke wie „Kinderspielplatz“, „kitschig“, „broschig“ und „overstyled“ waren da eher noch die harmlosen Reaktionen – im Grunde war es ein einziges virtuelles „die Hände überm Kopf zusammenschlagen“.
Aus den Kritiken klang immer wieder heraus: Lass bloss die Hände weg vom Webdesign und verschone das WWW mit diesem Kitsch….

Da stand ich nun mit meinen weit über hundert heissbegehrten Auszeichnungen – auf einer in den Augen eines „echten“ Webdesigners total kitschigen Seite *hihi*.
Das nur zum Thema „Kompetenz“ oder „Inkompetenz“ eines Awardverleihers!

Diese vielzitierte Kompetenz ist in meinen Augen nichts anderes als die Kompetenz zu prüfen, ob die hausgemachten Regeln der in sich geschlossenen Gilde „Awardszene“ eingehalten werden oder nicht.
Und es ist nichts anderes, als eine Sammlung hausgemachter Regeln!!!!

Schaut man sich die Kriterien der verschiedenen Awardverleiher an, dann findet man auch hier zum grössten Teil einen „Einheitsbrei“.
Einmal aufgestellt, verbreitet, erweitert, modifiziert und wieder verbreitet ….. usw.
Aber von Individualität auch hier nicht viel zu merken.

Awardverleiher wie auch Bewerber sollten sich einmal eingestehen und vor Augen führen, dass sie einfach nur eine ständig wechselnde Gruppe von „Vereinsmitgliedern“ sind, die, wollen sie dazugehören, einfach den gerade herrschenden Regeln unterworfen sind.
Wenn der Bewerber realisiert, dass er, will er eine Auszeichnung erhalten, seine Seite einfach dem gerade vorherrschenden „Gruppengeschmack“ ANZUPASSEN HAT, wenn der Verleiher sich eingesteht, dass er Seiten keineswegs nach seinem individuellen Geschmack auszeichnet, sondern er der Doktrin der Gruppe „Awardies“ unterworfen ist, wo höchstens kleine persönliche Nuancen erlaubt sind, dann wird die eine oder andere Diskussion – wie z.B. besagter Mega-Thread schlichtweg überflüssig.

Ich selber – ehemalige hochdekorierte „kompetente“ Siegelträgerin und überaus „talentierte“ Seitenbastlerin (*kicher*), bin die Webmistress einer webdesignmässig völlig unbrauchbaren Seite (orchidaea.com ist die aktuelle – aber den meisten sind ja auch die diversen Vorgänger bekannt).
Schaut sie Euch doch mal an und vergleicht sie mit Eurer eigenen. Kommt Euch nicht vieles darauf von Euch selber bekannt vor????
Ich bin auch eines der „Awardszene-Anpassungs-Opfer“!

Menschenskinder, löst Euch doch mal von dem Gedanken, dass die Awardszene der Mittelpunkt des WWW ist und die dort herrschenden Regeln Allgemeingültigkeit haben. Das Gegenteil ist der Fall!!! Es gibt eine Welt ausserhalb der Awardszene – die ist weit grösser, weit bunter - mit ANDEREN Gesetzen.
Ich will hier nicht die Existenzberechtigung der Szene in Abrede stellen, es ist ein durchaus schönes Hobby, aber eben ein Hobby. Und als solches sollte es auch verstanden werden. Und unter diesem Gesichtspunkt sollen/müssen sich sowohl Verleiher als auch Bewerber den herrschenden „Gruppenregeln“ unterwerfen, oder sie sollen es lassen, dazugehören zu wollen.

Eines ist die Awardszene aber sicherlich NICHT:
Eine kompetente Institution, deren Urteil über die Qualität einer Website irgendeinen Aussagewert hat! Und je eher Bewerber sowie Verleiher DAS begriffen haben – um so eher werden sinnlose Streits und Diskussionen um verliehene/nicht verliehene Awards verebben!

Zum Umgangston unter den Awardies sage ich mal nichts – da sprechen die diversen Threads, die man so nachlesen kann für sich!

Sorry, klingt alles etwas hart, das ist aber meine – in 4 Jahren gewachsene – Meinung zum Thema „Awardszene“.

In diesem Sinne

Liebe Grüsse Sylvie
186.34

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    16.16  Jumperli 05.08.03

Web-Award-Runner